Gletschermarathon oder die Qual vom Gletscher ins Tal
Ein Marathon, bei dem es nur bergab geht - klingt doch locker-lustig, oder? Bergab geht’s ja leichter als in der Ebene, sollte man sich denken… Noch dazu im schönen Tirol, mit einem herrlichen Panorama und bei sonnig-heissem Wetter. Perfekt?!
Falsch gedacht!
Auf dem Weg zum Start war’s noch schattig und geradezu kalt (um die 9 Grad), aber pünktlich zum Start kam die Sonne raus, und dann wurde es rasch richtig warm. Zunächst war das genauso kein Problem wie das Bergablaufen, aber nach 20km ging’s dann los. Bei mir mit beginnenden Krämpfen im Oberschenkel, und bei Ivonne wenig später mit Magenproblemen.
Irgendwie schafften wir’s noch - mehr schlecht als recht - bis zur Labestation bei 34km, wo Ivonne dann pünktlich zur Ankündigung des Moderators - “Hier kommt die Nummer 41, Ivonne Lange aus Mödling … oh.. ich glaub der geht’s grad nicht so gut” - kotzen musste. Damit war die Sache erledigt, wir suchten einen schattigen Platz und warteten auf eine Transportmöglichkeit ins Tal.
Nachdem Ivonne in den fachkundigen Händen der Sanitäter versorgt war, machte ich mich auf den weiteren Weg. Die Pause hatte mir recht gut getan, und der Rest der Strecke ging dann überraschend schnell vorbei. Auch wenn es immer heisser wurde und jedes ebene Stück und jeder Gegenanstieg willkommener war als die Bergabstrecken, die stellenweise ziemlich steil waren.
Endlich im Ziel merkte ich dann auch erst wie fertig ich eigentlich war. Ich hatte die Hitze noch besser vertragen als einige andere, aber in Kombination mit dem Bergablaufen war ich ziemlich kaputt.
Nach einer kurzen Pause machte ich mich auf die Suche nach Ivonne, die im RK-Zelt bestens versorgt war und der es nach einem kurzen Nickerchen und einer Portion Magnosolv schon wieder viel besser ging. Nach einer wohlverdienten Massage machten wir uns schliesslich - zu Fuss! - auf den Weg zurück zur Unterkunft, wo wir jetzt irgendwie nicht so recht wissen wie wir unsere schmerzenden Beine lagern sollen
Insgesamt war’s trotz allem ein toller Wettkampf - gerade die familiäre Stimmung und das kleine Teilnehmerfeld hatten einiges dazu beigetragen. Auch die Unterstützung auf der Strecke war genial - praktisch jeder Ort auf dem Weg war auf den Beinen, um die Läufer anzufeuern. Klar gab es ein paar Kleinigkeiten, die man besser machen könnte - aber der Gletschermarathon fand ja auch zum ersten Mal statt, und nächstes Jahr werden die Karten neu gemischt…
..ob wir wieder dabeisein werden steht aber noch in den Sternen. Um hier mit Anstand bestehen zu können, muss man eben auch sehr lange Bergabläufe - 15-20km mindestens - mit entsprechendem Gefälle trainieren können. Das ist bei uns aber kaum möglich.
Noch keine Kommentare.