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7 Dezember 2005 @ 12am

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Schüssel … Da Weiss Man Was Man Hat

Eigentlich sollte man ja glauben, dass Politiker eine Art Vorbildfunktion innehaben und sich daher auch entsprechend verhalten. Aber wenn man sich die Aussprüche österreichischer Spitzenpolitiker anhört, dann wird man ganz schnell eines besseren belehrt.

Abgesehen davon, dass ich die 160km/h Idee in jeder Hinsicht für eine vollkommen vertrottelte Idee halte, werden Geschwindigkeitsübertretungen hier an höchster Stelle bagatellisiert - was natürlich dazu führen wird, dass sich auch dann keiner daran halten wird und eben 180-190 km/h gefahren wird. Als nächstes sagt er dann, dass er ein paar “Zuwendungen aus der Privatindustrie” angenommen hat, als kleines Dankeschön für entsprechende Entgegenkommen… aber das ist ja keine Korruption, weil ein bissl Bestechungsgeld annehmen tut ja eh jeder, und da muss jetzt bestimmt jeder ein bisserl grinsen gell höhöhö…

Aber zurück zum Thema.

Die Auswirkungen einer Erhöhung auf Lärmbelastung (doppelte Lärmbelastung im Vergleich zu 130! - und an die 100km/h Beschränkungen hält sich schon jetzt keine Sau), Umweltbelastung (offenbar ist der Sprit noch immer nicht teuer genug), und der steigenden Unfallrisiken (um 50% längerer Bremsweg) sprechen eine sehr deutliche Sprache. Und wenn mir jetzt jemand mit dem blöden Vergleich mit alten und neuen Autos daherkommen will, dann soll der bitte gleich sch… gehen, oder besser den Physikunterricht nachholen und nachrechnen was bei E=mv^2 rauskommt, wenn sich v um ca. 25% erhöht.

Verbesserte Sicherheitspolster sind nicht dazu da, sie durch schnelleres fahren gleich wieder zunichte zu machen, sondern um das Unfallrisiko zu senken. Wem es auf die paar Minuten Zeitersparnis wirklich ankommt, der möge doch bitte einfach früher aufstehen oder sich ein bissl weniger Stress machen. Ist auch für den Bluthochdruck ein guter Tip. Und für die Leute, die fette Autos fahren und auf der Autobahn rasen müssen weil sie glauben dass ihr Zünder zu kurz ist, naja, für die hab’ ich sowieso kein Verständnis.

Wer 160 fahren will, der soll sich in die Bahn setzen.


2 Kommentare

Posted by
Alex
9 Dezember 2005 @ 8pm

Also ganz so seh ich den Punkt nicht, ich bin zur Zeit viel in Deutschland unterwegs und hab die freie Tempowahl auf der Autobahn gut kennengelernt … ich schau mir die Vor- und Nachteile dieser neuen Regelung an:
Nachteile
- mehr Umweltbelastung
- größere Unfallgefahr (aber die Autos sind schon besser geworden)
- Lärmbelästigung !!!
- Die Österreicher sind zu schlechte Autofahrer für 160 km/h

Vorteil
- Zeitersparnis (3 Std. statt 130 ca. 160 zu fahren sind ca. 90 km mehr)
- und vor allem … man ist viel wachsamer beim Auto fahren, den mit 130 km/h und dann noch Tempomat schläfst fast ein.

Dazu muss ich noch sagen, dass es meiner Meinung nach in Österreich zwei Arten von Autofahrern gibt:
1. Die Gasgeber, Rechthaber, Vorrangerzwinger, Drängler

und die nicht weniger gefährlichen

2. Trödler, langsam Fahrer und Schläfer, Unaufmerksamen (übersehen gerne Motorradfahrer und Radfahrer).

Insgesamt bin ich in Österreich auch nicht für 160 km/h weil die österreichischen Autofahrer nicht dazu fähig sind.
Ich fühl mich in Deutschland mit 180 km/h sicherer als in Österreich mit 130 km/h (eben wegen Drängler und Trödler).

Bei einem muss ich dir vollkommen recht geben, alle Tempolimits sind unnötig so lange sie nicht exekudiert werden.

Grüße Alex


Posted by
step
9 Dezember 2005 @ 11pm

Stimmt Alex,

In D funktioniert das (relativ) gut, eben weil die Deutschen sich schon seit vielen Jahren daran gewöhnt haben und dort zwar schnell gefahren wird, aber ich hab’ in D noch nie so eklatante Drängler gesehen wie bei uns, auch wenn jemand mal mit 120 den LKW überholt und dabei den Porsche dahinter eben aufhält.

Was dann noch dazukommt: In D sind die Autobahnen meiner Erfahrung nach übersichtlicher als bei uns, wo es eben doch immer sehr kurvig wird. Ich glaube nicht dass es in D eine Autobahn gibt, auf der im Winter durchaus mal LKW-Kettenpflicht sein kann (wie zB. auf der A21 am Steinhäusl) - das sind einfach andere Bedingungen.

Die Sache mit der Zeitersparnis seh’ ich übrigens nicht ganz so dramatisch - 160 Höchstgeschwindigkeit heisst ja noch lange nicht 160 Schnitt. Einerseits ist es in Ö schwierig genug, 480km durchgehend geeignete Autobahn zu finden, und dann kommt noch der Verkehr dazu… also würde ich eher schätzen, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit vielleicht von 120 auf 140 steigen würde. Ok, das sind in 3h immer noch 60km mehr. Oder ca. 25 Minuten. Dafür steigt der Benz-Verbrauch, sagen wir, von 7 auf 10 l/100km (bei Diesel wahrscheinlich weniger, aber egal). Das heisst dass Du in denselben 3h (je nach Vehikel) auch ca. 12 Liter mehr Treibstoff verblasen hast. Da freuen sich Umwelt und Geldbörse…

Aber, um zum eigentlichen Punkt zurückzukommen: Was mich am meisten anzipft ist eben, dass sich da österreichische Politiker wirklich nicht zu blöd sind, ihre eigenen Gesetzesübertretungen zu bagatellisieren. Das nächste Mal wenn ich mitm Rad bei Rot über die Kreuzung fahre und mich ein Polizist aufhält werd ich ihm sagen “Na und, der Schüssel hält sich ja auch nicht an die STVO”

Das zieht sicher gut…


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