Nachdem wir uns im ersten Teil mit den Vorbereitungen befaßt haben, ist heute …

Renntag!

Der Renntag beginnt meistens sehr früh – mitunter bin ich schon unterwegs, während die Athleten noch beim Frühstück sitzen. Manchmal ist die Rennstrecke am Renntag nur bedingt begehbar; gerade Tragestrecken und schwierige Passagen werden oft frühzeitig gesperrt, damit sie mit Sicherheit für die Rennläufer frei sind.

Manchmal kann ich mit Glück einen Platz im Hubschrauber ergattern oder mit einem Skidoo mitfahren und mir so Teile des Aufstiegs ersparen; das ist aber eher die Seltenheit. Meistens geht’s ganz traditionell zu Fuß und mit Fellen unterm Ski bergauf. Eine Genuß-Schitour ist’s aber kaum – der Foto-Rucksack wiegt gut 13kg, und die Zeit drängt. Beim Aufstieg habe ich ja vom Vortag bereits einen sehr konkreten Plan; dennoch lohnt es sich, immer wieder den Blick schweifen zu lassen – erst vor Ort zeigt sich wo sich die wirklich lohnenden Perspektiven anbieten.

Bei Sprintrennen ist die Streckenlänge mit wenigen hundert Metern üblicherweise so kurz, daß ich je nach Schneebedingungen auch einfach zu Fuß unterwegs bin.

Bleibt genug Zeit, gehe ich gerne ein Stück weiter als ursprünglich geplant um mir einen Überblick zu verschaffen. Oft lege ich mir dabei auch gleich eine Strategie fest, wie ich im Nahbereich mehrere Perspektiven fotografieren kann ohne dabei viel Zeit zu verlieren – indem ich Ski, Rucksack und weiteres Equipment deponiere und nur zu Fuß unterwegs bin.

Meistens dauert es dann auch nicht allzu lange, bis die schnellsten Läufer da sind. Je nach Position bleibt oft nur Zeit für zwei, drei Auslösungen pro Athlet; etwas mehr wenn ich rasch zwischen langer und kurzer Brennweite wechsle. Kompliziert wird’s, wenn die Sportler im dichten Konvoi durchkommen – dann sind rasche Positionswechsel gefragt, um sie ins richtige Bild zu rücken.

Und “das richtige Bild” sollte einigen Ansprüchen gerecht werden: neben korrekter Belichtung und Schärfe sollen die Gesichter der Athleten eindeutig erkennbar, die Pose möglichst dynamisch, die Sportart eindeutig zu identifizieren (=Ski gut sichtbar) und das Naturerlebnis erkennbar sein, und bitte nicht vergessen auch das öffentliche Interesse (=Zuschauer) zu dokumentieren. Keine leichte Aufgabe für ein einziges Bild – meistens muss man dabei einige Abstriche machen, aber mit zunehmender Erfahrung wird’s leichter.

Ist die Position ‘abgearbeitet’, also alle festzuhaltenden Sportler durchgekommen (hier hilft wieder das Notizbuch: wie viele Athleten welcher Teams waren am Start? in welcher Reihenfolge sollten diese etwa durchkommen?), wird rasch zusammengepackt und die nächste Location aufgesucht. Dort beginnt das Spiel wieder von vorne. Dabei muss man stets darauf achten, situationsabhängige Einstellungen (zB. Belichtungskompensation) wieder zurückzustellen und nicht in der Hektik mit den falschen Einstellungen weiterzuarbeiten.

One Hour Express

Im Anschluß geht’s ins Zielgelände; das ist oft die einzige ‘echte’ Abfahrt des Tages, und nach mehreren Stunden herumstehen mit schwerem Gepäck in mitunter technisch schwierigem Gelände ist diese selten ein Genuß. Mit Glück gibt’s im Start/Ziel WLAN; dann habe ich vor dem Start bereits dort einen zweiten Rucksack mit meinem Laptop und dem nötigen Zubehör deponiert. Andernfalls fahre ich gleich weiter ins Pressezentrum, oder zurück ins Hotel – und versuche auf dem Weg gleich noch vorläufige oder offizielle Ergebnislisten zu ergattern. Notfalls kann ich dank eines speziellen Tarifs auch über mein Mobiltelefon erste Bilder verschicken; allerdings ist dies ausgesprochen langsam, und mit regulärem Daten-Roaming würde ich davon generell abraten.

An meiner Destination angekommen, werden die Speicherkarten überspielt (aber nicht gelöscht – die Karten bleiben als Backups unberührt, bis die Daten zuhause ins RAID übertragen wurden) und ins Bildmanagement-System (ich verwende Lightroom) importiert. Haben auch andere Betreuer fotografiert, versuche ich möglichst rasch auch deren Aufnahmen zu bekommen. Beim Einspielen wird natürlich darauf geachtet, daß jedes Bild dem richtigen Fotografen zugeordnet wird.

Dann gehe ich die Bilder rasch durch, und treffe eine erste Auswahl aus den 5-600 Bildern, die sofort grob nachbearbeitet und zur Pressearbeit ausgeschickt werden. Bei Startzeiten von etwa 10:00, einer Renndauer von grob 2 Stunden und den entsprechenden Wegzeiten bleibt oft nicht sehr viel Zeit, um die übliche Presse-Deadline (15:00) zu schaffen. Je nach Auftraggeber erfolgt die Verbreitung der Bilder über Dropbox oder über mein eigenes Delivery-System.

Damit ist der gröbste Stress erledigt, und mit Glück komme ich jetzt dazu einen Happen zu essen. Dann werden die restlichen Bilder gesichtet und eine erweiterte Auswahl getroffen, zumindest teilweise nachbearbeitet und auch die LIVE… Alben auf unserer Facebook-Seite bespielt.

Um 17:00 ist dann üblicherweise bereits die Rennbesprechung für den nächsten Tag, und es geht wieder von vorne los.

Back Home

Nach der Heimreise werden zuallererst die Bilddaten in unsere RAID Storage übertragen. Dann wird das Equipment nochmals durchgecheckt, gesäubert und für den nächsten Einsatz vorbereitet.

Schließlich werden die noch verbleibenden Bilder fertig aufbereitet, in pressetauglicher Auflösung zum Download bereitgestellt, in hoher Auflösung auf DVD gebrannt und inklusive Rechnung verschickt. Damit ist das Projekt offiziell abgeschlossen; das Verzeichnis mit allen Dateien bleibt noch einige Zeit “online”, bis es schließlich archiviert wird.

Im dritten und letzten Beitrag werden wir uns schließlich der Equipmentfrage widmen.

After focusing on the preparation in the first post of this series, now it’s finally …

Race Day!

Race day usually begins quite early – sometimes I’m already on the road while the athletes are still enjoying their breakfast. It can be difficult to navigate the course on race day, because some passages are closed off early to ensure it is clear once the athletes are under way. But that’s rarely an issue.

With (a lot of) luck I can score a helicopter or skidoo ride for some part of the climb. But in most cases it’s a traditional trip with skis and skins, and far from an enjoyable backcountry hike. The backpack with photo gear weighs in at 13kg and more, and there’s not a lot of time to take in the scenery at a leisurely pace. However, even though I do have a specific place in mind from checking out the course map, it pays off to sometimes stop and have a good look around. The map only tells you so much, and places that looked promising on the map could be totally useless on site, and vice versa.

The course of sprint races is often only a few hundred meters; short enough that it’s easiest (and fastest) to just walk if snow conditions allow.

If time permits, I like to walk a bit beyond my original plans, to see if there’s anything interesting behind the next hill. I usually also set down a strategy of how I can capture a variety of perspectives in the area, by strategically depositing skis, backpack and other equipment and just moving on foot.

Once everything is set up, it is often only a matter of minutes until the leading racers come through. Depending on the setup, there’s rarely time for more than two or three shots per athlete. A bit more if I can chance between long and short lenses. Things get really tricky when they arrive in packs (which they often do); you better be quick to shift around and find a position where nobody is sticking their arm into your guy’s face.

The ‘ideal shot’ is generally a difficult beast. Besides the obvious correct exposure and focus, we’d like to properly see the faces of the athletes, a dynamic pose, be able to identify the sport (=see the skis), connect to the alpine environment, and please don’t forget to also somehow show that there’s some public interest (=spectators). Not an easy task for a single image, so it’s usually necessary to compromise here and there, but experience certainly helps.

Once all the athletes I’m assigned for have come through (again, the notebook helps: how many athletes should I cover for which teams? in which order were they expected to arrive?), it’s time to quickly pack my stuff, get to the next location, and start all over again. Elementary, but easily overlooked: resetting situation-specific settings (like exposure compensation) and not spoiling shots with the wrong settings until you check the display for the first time (there’s rarely if ever time for that).

One Hour Express

Once it’s all over, it’s time to get back to the finish area. That is often the only ‘real’ descent of the day, and after several hours of standing in the cold descending with a heavy backpack and in technically difficult terrain is hardly an enjoyable ski trip.

With luck, there’s WiFi in the finish area, in which case I’ve deposited a second backpack with my laptop and other gear. Otherwise I continue straight to the press office or back to the hotel, trying to score some preliminary or official results tables on the way. If all else fails, I can also use my mobile phone to transfer a few images, but that is terribly slow and only recommended if you’ve got one of the business plans that include low-priced data roaming. Otherwise this will be really, really expensive. Seriously.

Whatever my destination is, once I’m there the first task is copying everything over from the storage cards. I never delete them on site; all photos remain on the cards as a backup until everything has been transferred to RAID storage at home. Once on disk, I import them into Lightroom) for editing and processing. If other team members brought their cameras, I also try to get their shots into the system, taking care of course that all images are attributed to the right author in case some of them are subsequently requested by third parties (ie. sponsors).

After import, I try to quickly select a few highlights from the roughly 5-600 images, which are then processed and sent to the clients’ press offices. I usually also include a short account of my impressions of the race to provide a little more information for their releases. With 10am start times, a race duration of about two hours and the subsequent travel times there’s often little time to make the usual press deadline (3pm). Depending on the client, I transmit files either through Dropbox or my own delivery system.

Once the images are out, the most pressing work is completed, and with a little luck I find a bite to eat. Then I continue working on the images, extending my selection and editing a few more shots – some of which are then used in the LIVE… albums on our Facebook page.

At 5pm, we usually meet for the next day’s race briefing, and we’re back to square one.

Back Home

After returning home, the first thing is getting all the data backed up into our RAID storage. Then we check and clean all the equipment, and prepare it for the next assignment.

Finally, the remaining selected shots are edited, put online for immediate download at intermediate sizes, and burned to DVD in high resolution. Once the DVD and invoice are in the mail, the project is officially ‘closed’; the data remains online for a while to have it quickly available, but after a month or two it is moved to the archive.

The third and final part of this series will focus on the equipment we’re using.

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